Donnerstag, 18. märz 2010 4 18 /03 /2010 08:52
Habe mich lange nicht mehr gemeldet, doch hier eine SUPER Neuigkeit: ICH LEBE NOCH!

Es faellt mir schwer, was aus meinem Alltag zu schreiben, denn es wird tatsaechlich fuer mich von Tag zu Tag normaler. Doch irgendwie ist jetzt auch noch alles so komisch wie am anfang.. ein totales Chaos eben.

Ich bin gerade auf einer 3 Woechigen Reise durch Ghana und Burkina Faso. Habe jetzt nach 2,5 Wochen schon knapp 3000 total abgefahrene Kilometer hinter mir, und werde am Sonntag die direkte Rueckreise mit einem Reisebus von Ouagadougou, der Hauptstadt von Burkina Faso nach Accra, der Hauptstadt von Ghana, antreten. Die Fahrt dauert normal zwischen 18 und 24 Stunden fuer 770 km Holperpiste.. na dann Prost!

Zurueck in Ghana werde ich mir die Zeit nehmen und die Eindruecke der letzten fast schon 3 Monate mal genauer unter die Lupe zu nehmen, um sie hier zu veroeffentlichen.

Bis dahin muss ein Video von einem Provinzfest reichen, an dem ich im Norden von Burkina Faso, kurz vor der Grenze zu Mali, teilnehmen durfte.


von Marco Obrecht
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Dienstag, 5. januar 2010 2 05 /01 /2010 11:17
Irgendwie war alles ganz groß angekündigt. Weihnachten – das Fest des Jahres sollte es werden. Einige Familien luden mich ein, um mit Ihnen die Feiertage zu verbringen… ein großes Familienfest, mit außergewöhnlichem Speis und Trank – das stellte ich mir unter den gegebenen Bedingungen vor.
Ich entschloss mich nach Accra zu fahren, um mit der Familie meines guten Freundes Ben zu feiern, der (an dieser Stelle angemerkt) leider die Feiertage im verschneiten Deutschland verbrachte, mit Frau und Kind.

Accra, die Stadt, die immer total überlaufen ist, nicht nur mit Fußgängern, sondern auch mit Privatautos, Taxis, Trotros und riesigen Handkarren, die auf dem Weg zur nächsten Müllhalde sind, das soll der Ort des Geschehens sein.
Ich hatte schon einen Vorgeschmack bekommen, als ich am 22. Dezember nach Accra musste, um meine Aufenthaltsgenehmigung zu verlängern. TOTALES CHAOS.. Fortbewegung fast unmöglich. „Weihnachtsverkehr“ – so sagte man mir. Ich musste mich also auf einiges gefasst machen über die Feiertage.

Der 24. Dezember startete für mich mit einer fröhlichen Weihnachtstrotrofahrt nach Accra. Wie erwartetet traf mich der Verkehr böse. So bestritt ich die rund 60km Fahrt in einer Zeit von ca 5 Stunden - Neuer Rekord!
Bei Familie Amoah angekommen dann doch ein ganz anderes Bild als erwartet. Sie wohnen in Dansoman, einem seeeeehr ruhigen Stadtteil von Accra – kaum Trotros und Taxis auf den Straßen, hier und da mal ein Privatauto.

Am Abend durfte ich erstmal spontan den weißen Weihnachtsmann spielen. „White Father Christmas“ – für die Kinder die absolute Sensation, für die Erwachsenen – mich eingeschlossen - eine echte Lachnummer… Mit einigen farbigen Stoffen durfte ich mich Weihnachtlich schmücken, inklusive Bart – welcher dadurch entstand, dass ich mir einen Weißen Stoff um den Kopf wie einen Turban wickelte…

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Sensation White - ein Tag vor Weihnachten in Nyakrom

Am 25. hieß es dann auch für mich: KIRCHE! Das erste mal Kirche in Afrika… ich freute mich drauf, und es sollte sich auch echt lohnen. Was genau geschah, ist schwierig in Worte zu fassen. Auf jeden Fall wurde oft und lange in einer Art Trance gebetet, gesungen und teilweise auch getanzt… absolut lustig.

Ich habe 2 Geschenke zu Weihnachten bekommen. Das eine Geschenk war die unglaubliche Ruhe, die ich so nicht mal in Nyakrom bisher genießen konnte. Kein Autolärm, keine Leute, die einen Tag ein Tag aus wegen der außergewöhnlichen Hauttönung auf die Nerven gehen. Einfach mal Ruhe.
Das andere Geschenk, ihr werdet es kaum glauben, war eine Ladung Wäsche mit der WASCHMASCHINE! Lustig eigentlich, wie einfach das geht: Wäsche rein, warten, und fertig. HAMMER!

Am 26. Abends ging es dann noch mit zwei anderen Freiwilligen aus Deutschland nach Krokobite, einem Traumstrand, wo wir zusammen für 80 Cent pro Kopf im Zelt pennen konnten. „Weiße Weihnachten“ war dann letztendlich doch noch für mich angesagt - bei 30°C im Schatten.

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Kriegsbemalung gegen Weihnachtlichen Sonnenbrand

Für Sylvester ging es ebenfalls an den Strand, es ging in die Green Turtle Lodge, einer kleinen Ökotourismus-Anlage kaum 100km weg von der Elfenbeinküste. Ökotourismus bedeutet soviel: Die Toiletten sind natürliche Plumpsklos, der Strom kommt hauptsächlich von Solaranlagen, und man lebt im Einklang mit der Natur. Nicht zu viel, nicht zu wenig. Für mich auf jeden Fall das absolute Paradies, zumal 10km in alle Richtungen NICHTS ist und man echt mal seine Ruhe hat. Sylvester natürlich dieses Jahr ganz ohne Raketen und Böller, ein größeres Bonfire musste es für die knapp 30 Gäste in der Lodge auch tun.
Bilder sprechen hier wahrlich für sich, und da ich eh mal wieder deutlich zu viel geschrieben habe, lass ich den Beitrag mal mit ein paar Bildern ausklingen.



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Green Turtle Lodge - Little Paradise

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Die Hängematte - mein Lieblingsplatz

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Das Bonfire - Sylvester mal anderes

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Sylvester oben ohne - Schnee ist doch ganz schön weit entfernt

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Auch ich muss irgendwann das Paradies wieder verlassen

Mehr Bilder gibts übringes in der Galerie!!!

Weihachten und Sylvester, für mich ein Fest der Ruhe, welche ich mir wirklich nach 2 Monaten „Ubruni“-sein redlich verdient habe.
von Marco Obrecht
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Mittwoch, 23. dezember 2009 3 23 /12 /2009 21:08

FROHE WEIHNACHTEN UND EIN GESEGNETES FEST


Merry Xmas

von Marco Obrecht
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Dienstag, 22. dezember 2009 2 22 /12 /2009 18:31

Michael ist sieben Jahre jung. Er lebt auf den Straßen Westafrikas. Als Waisenkind hatte Michael es nie leicht, musste sich oft durchbeißen, sich gegenüber den älteren Straßenkindern durchsetzen. Seine Mutter starb an HIV, als Michael gerade mal vier Jahre jung war. Sein Vater hatte nicht genügend Geld, um nicht nur sich selbst, sondern auch Michael durch den Alltag zu bringen. Einziger Ausweg aufgrund des sehr schmal ausgebildeten Sozialsystems: seinen eigenen Sohn auf der Straße auszusetzen.

Kwami, der Samstagsgeborene, so nennen ihn seine Freunde auf der Straße. An welchem Samstag er jedoch vor sieben Jahren geboren wurde, daran kann er sich nicht mehr erinnern.  Genaugenommen kann er sich kaum noch an die Zeit erinnern, als die Welt für ihn noch eine intakte Familie bot. Für ihn gibt es schon lange nur noch das Geschäft um ein paar wenige Cents: Wassertüten auf der Straße verkaufen.

Ein Sack mit 40 jener 500ml Beutel destilliertem Wasser kostet rund 70 Pesewas. Michael kauft sich fünf dieser Säcke am Morgen, und lässt sie in einem der umliegenden Geschäfte im Gefrierfach für einen kleinen Betrag kaltstellen. Ist das Wasser fast zu Eis gefroren, so kann seine Arbeit beginnen. Er schnappt sich die erste Ladung Wasserbeutel und verfrachtet diese geschickt in einer Schüssel auf seinem Kopf. Freihändig balanciert er zehn Kilo und mehr flink zwischen den an der Ampel haltenden Trotros und Taxis vorbei – immer zwei monoton klingende Worte lauthals rufend: „pure water“.

Auf was Michael immer achtet, dass ist ein Zeichen, kaum scheinbar, und in Europa völlig unbeachtet: ein einfaches „tssssssssss“. Sind die Motoren und die Hupen noch so laut, und das einfache „tssss“ noch so leise – Michael hört es IMMER. In Sekundenbruchteilen ist das an Schlangen erinnernde Geräusch mit seinem eingebauten Ortungssystem gefunden, und das große Geschäft beginnt. Er rennt zu dem „Kunden“ – präsentiert seine eiskalte Ware, und passt die Temperatur dem Kunden, so kassiert Michael fünf Pesewas für einen dieser Beutel. Dann geht es schnell weiter, die Ampelphase hält ja nicht ewig an.

SDC10136An einem weiteren Trotro findet er noch einen Kunden, der Interesse an seiner Ware zeigt. Die Ampel springt aber in dem Moment auf grün, und der Trotrofahrer möchte nicht den sowieso schon stockenden Verkehr auf den engen Straßen Accras noch weiter blockieren. Es geht also weiter. Doch so leicht lässt sich Michael seinen Kunden nicht wegnehmen, die Verkäufer warten schon an der nächsten Ampel, davon mindestens fünf weitere Wasserverkäufer. Deshalb sputet Michael neben dem Trotro her, beschleunigt auf eine unglaubliche Geschwindigkeit – an dieser Stelle angemerkt: immer noch mit zehn Kilo Wasser auf dem Kopf. Keine 200 Meter weiter dann endlich die nach einem schnellen Sprint lang ersehnte Ampel. Sein Geschäft kann abgeschlossen werden.

Nach einem langen Tag auf der Straße mit einer sehr monotonen und körperlich durchaus anstrengenden Arbeit fällt Michael schließlich in sein Bett. Sein Bett ist eine alte Matratze, welche in einer Wellblechhütte liegt. Die Wellblechhütte steht nah zu seiner Arbeitsstelle in einem kleinen Slum, welches andere Kinder der Straße mit ihm aufgebaut haben. Vor dem Schlafengehen zählt Michael sein Geld: 6 Cedi und 25 Pesewas – das hat er heute verdient, die Verpflegung durch die anderen Laufjungen und Laufmädchen abgezogen. Die 6 Cedi reichen für einen ordentlichen Teller Reis, den er sich redlich den ganzen Tag über verdient hat, und einige Säcke Wasser für den nächsten Arbeitstag.

Ich habe Michael nie kennen gelernt. Vielleicht gibt es den Wasserträger Michael gar nicht, und es wird ihn in dem beschriebenen Lebensumfeld vielleicht so nie geben. Aber ich bin mir sicher, dass er nur einer von zehntausenden, alleine auf den Straßen Accras, ist.

Neben Michael und unzähligen anderen Wasserverkäufern treiben sich auch ältere Jungs und Mädchen auf den Straßen Ghanas rum. Mit etwas mehr Geld zur Verfügung können sie sich jedoch die etwas teureren Sachen leisten, die sie dann auf der Straße verscherbeln. So findet man neben Wasser oftmals gefrorenen Jogurt (Milch-, Erdbeer- und Schoko-), Softdrinks (Cola, Fanta, etc.), frittierte Bananenchips, Kaugummi, gekochte Eier, mit Butter beschmierte Brote und und und. Alles eben was das Land als wahres Fastfood eben hergibt. In Accra kommen dann noch die lustigsten Haushaltsgegenstände hinzu: Klopapier, Schweißtücher, kleine Nachttische, Taschenlampen, Kleiderbügel und unglaublich viele andere Dinge, die selbst ich bisher noch nicht alle auch nur annähernd bestaunen konnte.

Doch es sind nicht nur Waisenkinder, so wie Michael, die auf den Straßen Ghanas arbeiten müssen, sondern auch Kinder aus total intakten Familien, die teilweise sogar gar nicht schlecht finanziell dastehen. So durfte ich schon von Schulkindern hören, die nach einem anstrengendem und langen Tag in der Schule noch ein paar Stunden auf die Straße gehen müssen, um ihre Schulgebühren teilweise selbst decken zu können. Bildung ist der Schlüssel zu fast allem, besonders in einem Land, welches durchaus noch in der Liste der Dritten Welt auftaucht. Und doch ist Bildung leider genau hier nicht umsonst, der Staat hat andere finanzielle Löcher zu stopfen. Kinder müssen in dem Fall eben teilweise auch selbst für ihre Bildung arbeiten, um eine rosigere Zukunft als Michael zu haben.

SDC10117Die Folgen der Kinderarbeit möchte ich in diesem Beitrag nicht weiter vertiefen, einige kurze Sätze müssen hier reichen, um ein Bild zu bekommen. Gesundheitlich macht nicht nur die harte körperliche Arbeit den Kindern sicherlich zu schaffen, sondern auch ihr Arbeitsumfeld. So atmen sie tagtäglich absolut von Müll und Abgasen verpestete Luft ein und müssen eine ohrenbetäubende Hintergrundkulisse ertragen. Psychische Schäden sind in diesem Arbeitsumfeld ebenfalls miteinbegriffen: total missachtet von der Trotro-fahrenden Gesellschaft, absolut monoton verlaufende Wortwechsel über Geld und Ware, und nicht zu guter letzt die absolut magere Ausbeute der wohl anstrengendsten Arbeit der Welt: ein einfaches Straßenkind sein.

Ich musste hier feststellen, dass Kinderarbeit – so schlimm es sich auch anhört – trotz allem durchaus wichtig sein kann. Es gibt kein Sozialsystem, welches Kinder wie Michael auffangen, oder viele andere Kinder einfach nur zur Schule schicken könnte. Sie müssen sich IHRE Zukunft selbst erarbeiten, sich selbst um ihr Geld bemühen, sich selbst ihr Essen kaufen.

Wo hier genau die Grenze zwischen gut und böse verläuft, dass muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich, für mich, habe die Kinderarbeit auf der Straße in der Zwischenzeit teilweise akzeptiert, weil ich beginne die Hintergründe der einzelnen Kinder zu verstehen. Gut ist es definitiv nicht, aber es mangelt an klaren Entscheidungen der eigenen Regierung, aber auch den anderen Regierungen UNSERER Welt, die genau diesen Prozess erst in Gang gebracht haben. Ohne den unglaublichen wirtschaftlichen Druck Europas und Amerikas gegenüber Afrika würde es garantiert nicht so viele Kinder auf der Straße geben, garantiert wären die finanziellen Mittel der ghanaischen Regierung dadurch nicht so begrenzt. Kinderarbeit ist ein Produkt unserer Gesellschaft, und nicht ausschließlich der Fehler der Eltern in Dritte Welt Ländern.

Durch den wirtschaftlichen Druck entsteht aber nicht nur die, ich nenne sie mal, indirekte Kinderarbeit, bei der Kinder in Dritte Welt Ländern auf der Straße arbeiten müssen, da ihre Eltern kein Geld für sie haben. Durch denselben wirtschaftlichen Druck entsteht eine noch viel direktere Kinderarbeit, die sich meist hinter verschlossenen Türen abspielt. Achtet doch nur mal darauf, welche Produkte wir alle kaufen: Der Fußball made in China, das Polohemd made in Taiwan, und die Kokosnussflocken im Bounty made in Ghana. Das Endprodukt enthält oftmals 90% Kinderarbeit, auch wenn das Produkt von Erwachsenen, so wie du und ich, gefertigt und ausgeliefert wird. Die Kinder bleiben die Lastentiere der modernen Gesellschaft, und leisten oftmals harte körperliche Arbeit, die auf keiner Rechnung und in keiner Statistik eines Produktionsablaufes auftaucht. Die schwarz-weißen Stofffetzen nähen sich von selbst, die Kokosnüsse fallen direkt von der Palme in den LKW.

Warum ich mir eigentlich ausgerechnet die Weihnachtszeit ausgesucht habe, um diese Worte loszuwerden? Nun, Weihnachten ist ein Fest der Liebe. Und warum nicht auch mal an etwas anderes als Familie und Freunde denken. Warum nicht mal an die vielen Kinder der Dritten Welt denken, die garantiert auch über die Weihnachtstage hart arbeiten werden, nur damit sie genügend Geld haben, um zu essen.

Ich werde an Michael und all die anderen Straßenkinder über die Weihnachtstage denken, und versuchen, alle meine Sachen auf der Straße zu kaufen. Vielleicht kann ich ja spürbar die Straßenwirtschaft ankurbeln, und so wenigstens ein kleines Weihnachtsgeschenk den Kindern damit machen.

Ich würde mich freuen, wenn ein paar von euch eure Gedanken zu diesem Thema als Kommentar posten, ich werde ALLES genauso verschlingen wie ihr sicherlich den bisher sozialkritischsten Beitrag aus meinem Ghana-Alltag.

 

FROHE WEIHNACHTEN UND EIN GESEGNETES FEST

von Marco Obrecht
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Mittwoch, 16. dezember 2009 3 16 /12 /2009 23:40
Der Schnee vor dem Fenster türmt sich meterhoch. Ich wage mich kaum noch aus dem Haus.

Überall singen EngelsChöre und der Glühwein fließt in Strömen.

Es gibt selbstgebackene Plätzchen und die schönsten Farben sind Rot und Weiß.

Die Tannenbäume wandern langsam in die Wohnzimmer, die Hausfassaden werden mit einem Haufen Kitsch dekoriert.

Überall leuchtet und blinkt es, der Postbote hat eine Weihnachtsmannmütze auf.

Die letzten linken Schuhe von Nikolaus stehen noch vor der Haustür, die 5te Adventskerze ist schon gekauft.


DAS IST WEIHNACHTEN IN DEUTSCHLAND!


Wie das ganze in Ghana aussieht? Nun, der Begriff Weihnachten ist hier mindestens genauso beliebt wie in Deutschland.

Die größten Musikboxen aus den kleinsten Läden brummen bekannte Weihnachtslieder raus, natürlich mit ordentlich Bass verziert.

An den DeckenVentilatoren in der Schule hängen Girlanden aus Glitzerpapier.

Das Weihnachtskostüm gibts für 7 € im Laden, nebendran aus England importierte Christmas Crackers.


Doch das eigentlich Krasse: Ein Temperaturdifferenz von mindestens 35° Celcius.


Für einen Normaldeutschen sind das erschwerte Spielbedingungen, um auch nur annähernd an Weihnachten zu denken.

Doch irgendwie muss man sich behelfen, irgendwie muss man dann doch die Heimat ins Ausland bringen.

Und das ganze am besten wie? MIT MUSIK!

"Höret und Staunet" oder einfach auf Normaldeutsch: "Ziehts euch rein!!!"



von Marco Obrecht
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